Die Zeitung von unten

Mein Vorschlag wäre:

Die Zeitung von unten

Die durchaus vielen kleinen, unterschiedlichen Gruppen machen eine eigene Zeitung. Das Ziel ist, diese dann in allen Gemeinden unter die Leute zu bringen. Eine kleine Gruppe, der ich angehörte, ging z.b. jeden ersten Samstag im Monat duch Berlin, um den Leuten, die meist nur sehr vage Vorstellungen, aber jahrzehntelang geprägte Vorurteile von unserm bGE hatten, mehr zu erzählen. So erreicht man an einem Nachmittag immerhin 50-100 Menschen, die tatsächlich interessiert stehenbleiben und erzählen, wie sie das sehen.

Ich kenne viele aktive Leute, die jeweils

  • Zeitungsbeiträge
  • Fotos
  • Karikaturen

usw beisteuern könnten.

Das würden wir dann auf einer gemeinsamen website, die schon bekannt sein müßte, jeweils als neue Ausgabe, vielleicht einmal im Monat?, veröffentlichen. Gleichzeitig darf die Idee nicht nur unter Intellektuellen, oder unter denen, die im Internet aktiv nach politischen Ideen Ausschau halten, kursieren. Das wäre zu eng für eine Idee, die nur von allen in die Politik getragen werden kann.

Also müßte man, solange niemand von uns reich genug ist, das zu finanzieren, die Zeitung jeweils am eigenen Drucker ausdrucken, eine schöne Seite 1 erstellen, und das dann verteilen gehen. Wo? Zuerst am Arbeitsplatz, in der Innenstadt, wo immer man eben Leute kennt. Dann an Fremde, natürlich!

Als Themen schlage ich vor (wobei das eine offene Zeitung sein müßte, die dann auch flexibel genug auf neue Ideen eingehen kann!)

  1. Grundidee des bGe. Jeweils ein oder mehrere kurze, allgemein verständliche Aufsätze zum bGE, warum wir es brauchen.
  2. Politische Hintergründe: Hier könnte an praktischen Beispielen die Automatisierung erklärt werden, und die fehlenden Arbeitsplätze dadurch, usw.
  3. Jeweils eine „gesellschaftliche Position“ wird beschrieben, von Fachleuten. Wie ist es jetzt, z.B. für einen mittelständischen Unternehmer? Wie wäre es mit bGE genau? Was würde sich ändern? Zahlenbeispiele, mögliche neue Perspektiven… Dann eine Folge später, was wäre mit Arbeitslosen. Mit Zahnärzten…usw
  4. Lustiger Umgang mit Kritik: Es gibt es zigtausende pseudocoole Leute, in Kunstszene wie in Feuilletons und Politikredaktionen, die leider eher zu Modewellen-Berichten als zu ernsthafter, langfristiger Berichterstattung führen. Hier könnten manche Karikaturen Wunder wirken… statt, wie ich es versucht hatte, seitenweise zu erklären.
  5. Jeweils eine Person, die mit Bild vorgestellt wird und erklärt, was sie mit dem bGe anfangen wird – eine schon vielerorts in Foren vorkommende Idee, die gut ist…
  6. Wappnet euch gegen Häme! Das scheint mir sehr sehr wichtig – wie man nicht in die Räder der pseudocoolen Methoden der letzten 15 Jahre fällt. Beispiel – was immer man von Gregor Gysi halten mag, aber in Medien wird er jedesmal schwitzen-rotgesichtig und mit einer fast fratzenhaft verzerrten Pose in Bildern gezeigt – wenn er grade mal Luft holen muß, usw. Das ist keine faire Berichterstattung, das ist Hetze. Und ich könnte Beispiele aus allerlei überregionalen Zeitungen, mit hochstudierten Leuten, die da Macher sind, zeigen… Das ist niveaulos, und es gibt Gegenmittel.

Erstens muß man die Häme überhaupt erkennen, da sie als feines Gift wirken kann, man fühlt sich ja für eine kurze Zeit „stark“ durch diese immergleiche Häme. Keine Initiative, die die letzten 15 Jahre außer acht läßt, kann wirklich weiterkommen. Das wird einfach noch nicht beachtet…

Und damit endeten allzuviele – dumme – Thesen der letzten Jahre. Ein Stillstand, in der sich eine Modeszene gegenseitig hämisch von Minderheiten absetzt, ohne daß irgendein kleines bißchen sich an der Realität verändern würde…das war die Folge.
Auch hier könnten Beiträge, kurze, stehen, die erklären, wie man mit Häme ganze Bewegungen, meist sozial engagierte, niedermachte. Denn damit wäre dann die bGE-Bewegung stärker, sobald diese immergleiche Hetze im Harald-Schmidt-Stil einsetzte. Da ich das für wichtig halte, bin ich darauf länger eingegangen. Langfristige Ziele dürfen sich nicht länger Modedeppen unterwerfen.

Zusammengefasst.

Eine Zeitung, wenn ohne Mittel, die „von unten“ gemacht und verteilt wird.

Wenn es möglich wäre, könnte man einen moderate Preis von den LeserInnen verlangen, da die ja aus allen Schichten kommen sollen. Dann wäre auch eine professionellere Variante möglich…

Was ich mir davon verspreche? Manches…

  1. Die Idee wird, auf hoffentlich gute Weise, verbreitet. Von den unterschiedlichsten Gruppen, die es schon gibt.
  2. Und das dauerhaft – nicht wie es mit der Umwelt-Thematik war. Ende 2006, nach 18 Jahren Tiefschlaf und Häme, wurde das Thema monatelang durch die Medien gehetzt, als wäre es NEU (wie absurd, nur der Al Gore Film war der Anlaß, aber Scharen von Journalisten konnten nicht zugeben, sich von taz bis BILD ewige Jahre darüber lustig gemacht zu haben). Und nach 2-3 Monaten ebbte es wieder ab. Was geschah?
    Nichts…
    Wir müssen dauerhaft arbeiten. Ich vertraue der überregionalen Presse nicht mehr, zur Zeit. Wir müssen unabhängig von diesen hypes und Modewellen werden.
  3. Ideen wachsen unter immer mehr Leuten, die Berichte schreiben, aus vielfältigster Sicht. Da die Zeitung vor Ort weitergegeben wird, kann man gleich vor Ort Gespräche anfangen…
  4. Möglicherweise wirkt das, dann, falls es gut ginge, wiederum in die derzeit so abgeschlafften Medien hinein. Langfristiges Denken hätte wieder, vielleicht erst einmal in einer, dann in mehr Zeitungen, eine Perspektive… Und das hohle Geplapper würde ersetzt werden, das allzu selbstgefällig wurde, bitte lesen Sie doch einfach mal ein beliebiges Feuilleton der taz, FR oder Süddeutschen von 1997 bis 2008.

Damit das bGE nicht von einer letztlich egomanischen Minderheit als Thema entdeckt wird, durch die Kongresse gehetzt, und dann abgelegt. Das hatten wir zu oft.

Wir verlieren so viele viele tausende, die für das bGE kämpfen könnten, in einem Gebräu aus Fadheit.
Also wäre eine wichtige Aufgabe, sowas durchschauen zu lernen. Aber eben nur eine Aufgabe einer…

Zeitung von unten.

Das wäre mein Vorschlag. Verwirklichen könnte man das mit sehr wenigen Mitteln, und natürlich mit mehr Mitteln, sofern wir es schaffen würden, Unterstützer zu finden. „Von unten“ hieße, nach und nach viele zur Mitarbeit zu bringen, statt auf Parteien oder grosse Namen zu setzen. Auch das könnte ein Umdenken sein – es kommt letztlich nicht auf Gysi, Lafontaine, Althaus oder wen immer an – sondern die Bewegung muß von möglichst breiten Kreisen getragen werden.

Lassen Sie uns mal beginnen, es werden immer mehr Leute dazukommen, die mitschreiben wollen. Und sei es nur, weil eine Perspektive noch fehlen würde… Dann lesen das Leute, dann kommen wieder neue dazu…

Das ist nur eine Idee, aber eine, die, glaube ich, zu neuen Ideen führen wird.

Georg Fries