„Schnorren“ mal anders herum

Flyer/Infomaterial mal anders verteilt. Sie kennen sicher die vielen Schnorrer, die in die Bahn einsteigen, und ihre leeren Kassen durch Bitten um „etwas Kleingeld“ füllen möchten, manchmal verkaufen sie auch Zeitungen oder machen Musik oder bieten etwas anderes dar.*) Bei meiner Aktion soll es was das Geld angeht, andersherum sein: Wir verschenken Geld in kleineren Mengen symbolisch und geben so einen kleinen Vorgeschmack auf das BGE und teilen ggf. Zettelchen aus.

Wenn das mehr als eine Privataktion von einer Hochschul-Hartzi-Mutter (meiner Wenigkeit) sein soll, müssten mehr Leute mitmachen, die alle einen kleinen Anteil des Geldes in 10, 20, 50 cent-Stücken oder ggf. auch 1EUR-Stücken oder einstelligen Centbeträgen verteilen.

Das Schenken von Geld soll das Gefühl vermitteln: Geld ist verschenkbar bzw. verteilbar an Menschen, weil sie Menschen sind, nicht weil sie etwas können oder weil man etwas von ihnen erwartet.

Die Feindseligkeit zwischen „individuellem Gewinn- und Erfolgsstreben sowie Kleinkapitalismus“ und „kommunistischem Menschenbild“ soll durch die Teilhabe und das Weitergeben überwunden werden.

Gäbe es eine entsprechen etablierte Regionalwährung oder etwas anderes von vergleichbarem Tauschwert vor Ort, wäre das ggf. zu bevorzugen (um Menschen, also Passanten in Öffentlichen Verkehrsmitteln), die sonst immer von „Schnorrern“ genervt werden, beschenkt werden und damit gleichzeitig anfangen, über ihre Situation nachzudenken. Nicht die Wirtschaft als solche muss „angekurbelt“ werden, sondern wir müssen in unserer Sozialen Wahrnehmung und Verantwortung wachsen.

Dazu ist das Wachsen der Menschenmenge, die aktiv und überall im täglichen Leben für ein BGE und auch eine veränderte Wertschöpfung eintritt, wichtig.

Daher ist die Aktion (=die Verteilung des Geldes auf die oben und unten konkretisierte Weise) direkt im Sinne der Woche zum Grundeinkommen. Was der einzelne mit seinem Geldgeschenkchen macht, ist ihm überlassen. Vielleicht gibt er es das nächste Mal einfach dem weiter, der wirklich unter dem fehlenden BGE derzeit leidet: einem „Schnorrer“, den er ansonsten immer ignoriert hat.

Sollte ich diese Aktionen durchführen (das liegt an meiner Spardose…), würde ich auf die Initiativen „Gib und Nimm“ sowie „Krisenkreise“ aufmerksam machen, bei denen es darum geht, locker, unbürokratisch und ohne Vereinstruktur zu schenken, zu tauschen und beizutragen… was besonders, solange es de facto kein staatlich „für alle verordnetes BGE“
gibt, für viele Einzelfälle die letzte Rettung vor dem üblichen Versagen, Abstürzen oder „Umkippen“ sein kann und mit einem BGE das „Arbeitsideen- und Dringlichkeitsamt“ (welche Arbeiten müssen in unserer Gesellschaft getan werden, was brauchen wir überhaupt…) von morgen wäre.

Ich würde ggf. auch die Menschen bitten, gelesene oder nichtgelesene Flyer weiterzugeben (z.B. wenn sie ihr „Geldstückchen“ dann irgendwo ausgeben oder weiterverschenken).

Melden Sie sich/meldet Euch oder probiert es einfach aus und berichtet darüber. Viel Erfolg uns allen, dass wir bald nicht mehr von unseren Erfolgen abhängig existieren dürfen.

Mit besten Grüßen,
Frigga Wendt

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*) Bekannte Situationen und Vorschläge:

„Hallo, ich bin Heinz, das Abitur hat mich nicht vor der Arbeitslosigkeit
bewahrt…“

„Bitte entschuldigen Sie die Störung, ich bin Karina und zur Zeit
obdachlos. Für mich und meinen Hund Locke brauche ich etwas zu essen,
vielleicht hat der eine oder andere eine kleine Spende…“

„Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte Ihnen die
Obdachlosenzeitung Straßenfeger zum Verkauf anbieten…“

So kennt man es aus der Bahn in vielen Städten.

Doch in oder kurz vor der Woche des Grundeinkommens vielleicht einfach mal
so:

„Liebe Mitmenschen! Während Sie gerade von der Arbeit gestresst nach Hause
fahren oder sich darüber ärgern, keine zu haben, nehmen sie hier einen
kleinen Vorgeschmack auf das Bedingungslose Grundeinkommen an!“

„Liebe Fahrgäste, entschuldigen Sie die Störung, ich will weder Ihre
Fahrtkarten sehen, noch Ihr Kleingled haben, ich möchte Ihnen etwas
schenken…“

„Hallo,
gucken Sie immer betreten zur Seite, wenn jemand nach Kleingeld fragt?
Haben Sie keins dabei? Dann lassen Sie sich von mir welches schenken,
damit sie nächstes Mal nicht weggucken müssen!“

„… zu diesem Geschenk möchte ich Sie auf die Aktionswoche zum
Bedingungslosen Grundeinkommen aufmerksam machen.“

Es kann jeder „sein Motto“ oder seinen „Leitspruch“, etwa wie auf der
Webseite veröffentlich, mit einbringen und sich probieren.
Vielleicht begegnet man dabei einem Straßenzeitungsverkäufer, der gleich
einen Hinweis an die Redaktion weitergibt…

Die Arbeitsämter bzw. die persönlichen Vermittler könnten von Mutigen
gezielt angesprochen werden, sich an der Woche zu beteiligen. Sie erleben
ja gerade das Ganze Dilemma derzeit in seinen Höhen und Tiefen und wissen
aus eigener Erfahrung, dass die sinnvolle Vollbeschäftigung für alle zum
Zweck der finanziellen Eigenständigkeit eine Illusion ist.